Schäfer III. Geschäftsführerin Andrea Adam-Hofmann: Frau im Männerberuf

Heute führt Andrea Adam-Hofmann die Finanz- und Personalabteilung bei Schäfer III. – ihr ureigenes Metier ist jedoch das Baugewerbe. 1986 schloss sie als eine der damals wenigen Frauen das Studium zur Diplom-Ingenieurin ab. 

Abenteuerspielplatz Bauhof

Als Tochter des damaligen Schäfer III.-Geschäftsführers Walter Adam wuchs Andrea im Bauunternehmen auf: Die Familie wohnte auf dem Firmengelände in Biebesheim. Die bodenständige Arbeit dort faszinierte schon die Schülerin, und am liebsten hätte sie einen Handwerksberuf gelernt.

Schließlich entschied sich Andrea Adam aber doch für das Studium des Bauingenieurswesens an der Fachhochschule Darmstadt. Waren im Grundstudium mehrere Frauen eingeschrieben, blieben nach der Spezialisierung im Hauptstudium zwei übrig.

Andrea Adam hatte sich für den Tiefbau entschieden – eine Männerdomäne, doch kein Problem für die Biebesheimerin. „Es war eine tolle Zeit“, schwärmt sie noch heute. „Es gab kein Konkurrenzdenken, und der Zusammenhalt unter den knapp 30 Studierenden war enorm.“

Auf das Studium folgte die Anstellung in einem Bensheimer Planungsbüro – als einzige Frau mit Ingenieursdiplom. Dort betreute Andrea Adam-Hofmann große Infrastrukturprojekte wie die Kanalisation des Berliner Rings und die Verkehrsberuhigung der Michelstädter und der Bensheimer Innenstadt. „Als Bauleiterin war ich immer draußen, hatte immer mit den Menschen zu tun“, beschreibt sie, was ihr an ihrem Beruf am besten gefällt.

Übernahme von Schäfer III.

Nach der Geburt ihres Sohnes reduzierte Andrea Adam-Hofmann die Arbeitszeit, begann eine weitere Ausbildung zur Betriebswirtin des Handwerks, wechselte schließlich zu Schäfer III. und wuchs durch die Betreuung einer Arge in die kaufmännischen Aufgaben hinein.

1995 stand die Übergabe der elterlichen Firma an. Andrea Adam-Hofmann ist seither für den kaufmännischen Bereich der Geschäftsführung zuständig, Ehemann Ralf Hofmann für den technischen Bereich. Die reine Büroarbeit sei ihr zunächst schwergefallen, gesteht sie. Aber das Unternehmen auf Zukunftskurs zu bringen, sei eben auch eine reizvolle Aufgabe gewesen, die sie gerne erfüllte.

Typisch Frau oder typisch Andrea?

Heute ist Andrea Adam-Hofmann glücklich über den Verlauf ihrer Karriere. Sie kennt alle rund 100 Mitarbeiter von Schäfer III. persönlich, versteht sich als Ansprechpartnerin in allen Belangen. Unmut und Ärger können nur aus der Welt geschafft werden, wenn man darüber spricht, lautet ihr Motto für die Mitarbeiterführung. Sie hat für jeden ein offenes Ohr und wird oft als „Herzstück“ der Firma bezeichnet. Akzeptanzprobleme kennt sie nicht. Sie führt dies darauf zurück, dass sie immer und überall aktiv mitarbeitet. Dass sie als Frau im Männerbetrieb das Sagen hat, erscheint ihr nicht außergewöhnlich. „Ich bin einfach so, wie ich bin“, stellt sie pragmatisch und fröhlich fest. „Das hier ist meine Welt, und es läuft gut. Das ist das Wichtigste.“

Frauentag à la Schäfer III.

Und doch ist das Frau-Sein bei Schäfer III. ein Mal im Jahr etwas Besonderes. Dann machen Andrea Adam-Hofmann und die vier anderen Frauen im Betrieb ein „Frauen-Ding“: Sie fahren nach Hamburg zum Musical, besuchen die Darmstädter Comedy Hall, machen einen Kochkurs oder gehen gemeinsam zur Typberatung. Auch das gehört zur Firmenkultur – wenn die Chefin eine Frau ist.

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